Eichhörnchen_Vertrauen

WAS IST VERTRAUEN?

Ohne Vertrauen kein Erfolg

Kommunikation im Allgemeinen und Unternehmenskommunikation im Besonderen ist auf Vertrauen angewiesen, damit Kunden oder andere Stakeholder im Sinne des Unternehmens handeln. Der Kommunikationswissenschaftler Jan Rommerskirchen beschreibt Vertrauen als Voraussetzung und Ergebnis erfolgreicher Kommunikation zur Herstellung und Festigung sozialer Beziehungen. Gerade diese sozialen Beziehungen sind für Unternehmen von besonderer Bedeutung, da sie Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Stakeholderbindung sind, welche die Wertschöpfung der Unternehmen antreibt.

Eine soziale Praxis

Doch was ist Vertrauen eigentlich? Einfach ausgedrückt, wenn der Mensch vertraut, dann geht er davon aus, dass sein Gegenüber wahre oder richtige Dinge sagt und tut. Die Wissenschaft liefert jedoch verschiedene Ansätze aus unterschiedlichen Perspektiven. Für Manche, wie die Systemtheoretiker um Niklas Luhman, ist Vertrauen notwendig, um die Komplexität der sozialen Systeme zu reduzieren und soziales Handeln dadurch erst zu ermöglichen. Aus einer pragmatistischen Perspektive offenbart sich Vertrauen eher als soziale Praxis. Für den Philosophen Martin Hartmann z.B. ist Vertrauen weder nur ein rationales Kalkül, eine Einstellung oder ein Gefühl. Er unterscheidet vielmehr zwischen Vertrauenspraxis und Praxisvertrauen. Das Praxisvertrauen bezieht er auf das Urvertrauen in soziales Handeln und das Weltvertrauen in die Interaktion mit Akteuren und Objekten. Diese bilden sich im Sozialisationsprozess und in der Erfahrung der “Konstanz der Weltstruktur”. Die Vertrauenspraxis hingegen ist vorhanden, solange die gegenseitig unterstellte Vertrauenswürdigkeit der Akteure mit der realen Vertrauenswürdigkeit übereinstimmen. Diese dürfen also nicht durch Abweichungen gestört werden, welche durch unwahre oder unrichtige Dinge ausgelöst werden. Insgesamt gleichen die Akteure in dieser sozialen Praxis zwischen den Konditionen der aktuell vorliegenden Situation und ihren zurückliegenden Erfahrungen ab, um entscheiden zu können, ob sie sich gegenseitig vertrauen.

Nach Jo Reichertz gibt Vertrauen den Akteuren “Handlungssicherheit”, die als Vorbedingung jeder sozialen Alltagspraxis gilt. Um diese zu erzeugen, ist Kommunikation, als Lieferant von wahren oder richtigen Behauptungen, essenziell. Vertrauen entsteht dadurch, dass gesagt wird was man wirklich denkt und somit auch zukünftig erwartet werden kann, dass die sozialen Handlungen sicher sind.

Unternehmen müssen mehr Vertrauen schaffen und ihre Kommunikation modernisieren

Gerade weil, sowohl die vergangenen Ereignisse, als auch die verschiedensten Faktoren der gegenwärtigen Handlungssituation, für Vertrauen eine Rolle spielen, sollten Unternehmen dafür sorgen, dass sie ihren Adressaten kontinuierlich “Handlungssicherheit” bieten und aufrichtig kommunizieren. Das Vertrauen aller Stakeholder in das Unternehmen hängt vom jeweiligen Image und der Reputation ab. Deshalb muss die strategische Unternehmenskommunikation proaktiv das Vertrauen in ihre Marke und in ihr Unternehmen durch Kommunikationsmaßnahmen fördern. Der Einfluss darf nicht unterschätzt werden, da durch die Kommunikation eine persönliche Bindung zwischen dem Rezipienten und dem Unternehmen entstehen kann, die einer echten sozialen Beziehung ähnelt. Um die soziale Praxis des Vertrauens zu unterstützen, sind offene, transparente und dialogische Kommunikationsmittel, welche die Akteure nachhaltig vernetzen, von großer Bedeutung.

 

Artikelbild: Dellex / Wikimedia Commons

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